Die Geschichte des Heiligenbergs

Auf dem Heiligenberg befand sich in fränkischer Zeit ein als Gerichts- und Versammlungsort genutzter Platz. Einmal jährlich fand das Zentgericht statt. Daran erinnert die etwa 800 Jahre alte Zentlinde im Kreuzgarten.

Nach der Säkularisation (1803) fiel der Heiligenberg an Hessen-Darmstadt. Großherzog Ludwig I. von Hessen schenkte den Heiligenberg 1810 an August Konrad von Hofmann – ein verdienter Beamter, der die Finanzen des Landes geordnet hatte. Dieser ließ zwischen 1814 und 1816 neue Gutsgebäude mit Wohnhaus, Schuppen, Ställen, Keller, Waschküche und mit einer Schnapsbrennerei aufbauen. Er legte außerdem Obstgärten und Weinberge an. Zur Wasserversorgung wurde eine zwei Kilometer lange Brunnenleitung vom Tannenberg gelegt.

1827 erwarb die badische Prinzessin Wilhelmine, Gemahlin des späteren Großherzogs Ludwig II., das Gut und ließ es 1831 nach Plänen des hessischen Oberbaudirektors Moller zu ihrem Sommerwohnsitz ausbauen. Im Hauptgeschoss entstand ein herrschaftliches Schlafzimmer mit Kamin und Ofen. Zur Rheinseite hin gab es einen Balkon mit Überdachung. Mit seinen nunmehr neun Schlafzimmern, dem Weinkeller, zehn Pferdeställen und Schweineställen ist aus dem Landgut ein fürstlicher Sommersitz geworden.

Da auf dem Heiligenberg mindestens drei Monate im Jahr Hof gehalten wurde, haben auch die Bäcker, Metzger, Wirte und Handwerker in Jugenheim ihr Auskommen. Wilhelmine hat außerdem ein großes Herz für Arme, Alte und Kranke. In der Chronik der Jugenheimer Bergkirche ist erwähnt, dass es zu dieser Zeit keine wirklich armen Leute in Jugenheim gegeben hat.

Doch mit nur 48 Jahren starb Großherzogin Wilhelmine am 27. Januar 1836. Sie hinterließ das Anwesen ihren jüngsten Kindern Marie und Alexander. Prinz Alexander heiratete Julie von Hauke. Die Familie erhielt den Namen Battenber und so wurde Schloss Heiligenberg zum Stammsitz der Familie Battenberg/Mountbatten. Im 19. Jahrhundert trafen sich hier die russischen, englischen und hessischen Dynastien.

Bei den Umbaumaßnahmen wurden die Jahreszahlen (hier 1867) eingearbeitet.

Bis 1910 suchten die Zaren Alexander II., Alexander III. und Nikolai II. Schloss Heiligenberg zur Sommerfrische auf. Ihr Weltreich wurde in dieser Zeit von Jugenheim aus regiert, hier fanden europäische Politik und Diplomatie statt.
Nach dem 1. Weltkrieg verkaufte Ludwig, Prinz von Battenberg, ältester Sohn von Prinz Alexander, das Schloss. Über einige Umwege gelangte es schließlich an das Land Hessen.

Die prominentesten Nachkommen der Battenberger sind heute Philip, Prinzgemahl von Königin Elisabeth II. von Großbritannien, und Juan Carlos I., ehemaliger König von Spanien sowie König Felipe.