Ahnengalerie

Design: Petra Junker

Diese Ahnentafel können Sie als DIN A2-Poster im Stiftungs-Shop kaufen.

Die Battenberger

Großherzog Ludwig III. war der Bruder von Prinz Alexander von Hessen und bei Rhein, der Julie von Hauke, die Kammerzofe seiner Schwester (der Zarin Maria Alexandrovna) heiratete. Sie war jedoch keine standesgemäße Partie für einen Prinzen von Hessen und bei Rhein, konnte und sollte also nicht dessen Adelstitel tragen. So suchte der Großherzog  nach dem Namen einer ausgestorbenen Adelsfamilie und fand diesen in der Nähe von Wetzlar: Battenberg. Der Großherzog ernannte seine Schwägerin Julie zur Gräfin von Battenberg, einige Jahre später zur Prinzessin von Battenberg.
Aus der glücklichen Ehe von Prinz Alexander von Hessen und bei Rhein und Prinzessin Julie von Battenberg gingen fünf Kinder hervor. Sie trugen den Titel ihrer Mutter und waren Prinzessinnen und Prinzen von Battenberg; aber sie waren im Großherzogtum Darmstadt nicht erbberechtigt. Deshalb trug ihr Wappen auch kein Schwert, das Symbol von Herrschaft.

Gedenktafel am Eingangstor des Schlosses, gestaltet von Künstlerin Christiane von Kessel

Alexander von Battenberg, Fürst von Bulgarien (1857 – 1893)
Als Jugendlicher war Alexander Schüler des Ludwig-Georgs-Gymnasiums in Darmstadt. Er trat als Leutnant in das 2. Großherzoglich Hessische Dragonerregiment ein und nahm 1877 am Russisch-Osmanischen Krieg  in Bulgarien teil (1877/78). Bald darauf wurde er nach Berlin versetzt.
Als ein Ergebnis des Berliner Kongresses (1878) entstand das autonome Fürstentum Bulgarien. Die Teilnahme Alexanders am Feldzug gegen die Osmanen und seine nahe Verwandtschaft mit dem Zaren Alexander II. von Russland, dessen Neffe er war, prädestinierten ihn zum Oberhaupt des neuen Fürstentums, das in der Einflusszone des russischen Zaren  bleiben sollte. Alexander wurde am 29. April 1879 von der bulgarischen Nationalversammlung einstimmig zum Fürsten gewählt und schlug seine Residenz in Sofia auf.
Nach dem Frieden von Bukarest gegen die Serben vom 3. März 1886 weigert sich der russische Zar Alexander III. seinen Cousin, den Fürsten von Bulgarien, Alexander von Battenberg, als Herrscher des vergrößerten Bulgarien anzuerkennen. Am 7. September 1886, nach zahlreichen Diskussionen und Versuchen, seine Herrschaft zu festigen, verzichtet Alexander endgültig. Er genoss nicht mehr das Vertrauen des russischen Zaren und war gegen die Intrigen der russischen Generäle in Bulgarien machtlos.
Nachdem der preußische Kaiser Wilhelm I. und Bismarck die Heirat Alexanders von Battenberg mit der preußischen Prinzessin Viktoria vereitelt hatten, heiratete er 1889 die Opernsängerin  Johanna Loisinger (1865 – 1951). Nach der Heirat nahm das Paar den Namen eines Grafen bzw. einer Gräfin von Hartenau an und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Alexander trat in die k.u.k. Armee ein und wohnte mit seiner Familie in Graz.
Graf Hartenau, der einstige Fürst von Bulgarien, starb an einer Blinddarmentzündung nach fast fünfjähriger Ehe in Graz am 17. November 1893, wurde nach Sofia überführt und dort prunkvoll in einem Mausoleum als bulgarischer Fürst begraben.  
In nahezu jeder bulgarischen Stadt gibt es eine Straße mit dem Namen Battenberg, benannt nach Alexander, dem Fürsten von Bulgarien.

Ludwig Prinz von Battenberg (1854 – 1921)
Von Kindheit an zeigte Alexanders Bruder Prinz Ludwig eine Neigung zur Seefahrt. Er wurde 1868 Seekadett in Portsmouth in der englischen Marine. 1891 wurde er zum Kapitän ernannt, 1905 zum Konter-Admiral, 1908 zum Vizeadmiral der Atlantikflotte. 1912 wurde er zum Ersten Seelord und Oberkommandierenden der britischen Kriegsmarine befördert, musste aber nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wegen seiner deutschen Abstammung zurücktreten. 1917 musste er seinen deutschen Namen in Mountbatten anglisieren. Er wurde zum Marquess of Milford Haven ernannt. 1918 wurde er gegen seinen Willen aus der Royal Navy entlassen.
Durch seine Heirat 1884 mit Prinzessin Victoria von Hessen und bei Rhein (1863 – 1950), einer Tochter Großherzogs Ludwigs IV. und Enkelin der Königin Victoria von England, entstand eine doppelte Versippung ihrer Kinder.

Marie Prinzessin von Battenberg (1852 – 1923)
Das älteste Kind von Julie und Alexander heiratete 1871 Graf Gustav von Erbach-Schönberg (1840 – 1908). Die Familie wurde 1903 in den Fürstenstand erhoben.
Fürstin Marie ist auch heute noch aufgrund ihres sozialen Engagements unvergessen. In ihren Memoiren, den ersten Familienerinnerungen der Battenbergs, erzählt sie von ihrer Kindheit und Jugend auf dem Heiligenberg und schildert die Erlebnisse auf ihrer Reise nach Bulgarien. Dort besuchte sie ihren Bruder Alexander, Fürst von Bulgarien.

Heinrich Prinz von Battenberg (1858 – 1896)
Der Offizier heiratete 1885 Prinzessin Beatrice, die jüngste Tochter von Queen Victoria. Er starb auf der Rückreise von einem Afrika-Einsatz an Malaria und wurde in der Kirche von Whippingham auf der Isle of Wight beigesetzt.
Sie hatten drei Söhne und eine Tochter, Prinzessin Eugenie Victoria (1887 – 1969), die seit 1906 mit König Alfons XIII. von Spanien vermählt war. Der ehemalige spanische König Juan Carlos I. ist ihr Enkel, Felipe ihr Urenkel.

Franz Josef Prinz von Battenberg (1861 – 1924)
Auch er war Offizier und außerdem Doktor der Philosophie. Er stand seinem Bruder Alexander als Berater in Sofia zur Seite. 1897 heiratete er Prinzessin Anna von Montenegro (1874 – 1971). Die Ehe blieb kinderlos.

Die Gedächtniskapelle im Kreuzgarten

Seit 1902 ruhen die Stammeltern der Battenberg/Mountbatten wunschgemäß in einem gemeinsamen Grab vor dem Goldenen Kreuz. Auf ihrer Grabstätte befindet sich ein Gedenkstein für ihren von der IRA 1979 in Irland ermordeten Enkel Louis, dem Earl Mountbatten of Burma. Dessen Neffe ist Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, Gemahl der britischen Queen Elizabeth II.