Offen für Visionen sein: Die Mitglieder des Forums Heiligenberg Willi Vogler und Gerd Zboril mit Professor Dr. Torsten Schäfer von der Hochschule Darmstadt
(Foto: Elske Vogler)

Europa wird unter Wert verkauft

„Forum Heiligenberg“ bilanziert sein erstes Jahr / Welche Leitbilder für die Zukunft?

Jugenheim (30. November 2017). Wie kann Europa gelingen? – Auf seiner letzten Bürgerveranstaltung im Gründungsjahr 2017 ging das Forum Heiligenberg-Jugenheim auf die Suche nach neuen Leitbildern für den Kontinent nach „Brexit, Trump & Co.“.  Auf einen kurzen Nenner gebracht, waren sich der Vorsitzende des Forums, Gerd Zboril als Moderator, und der Gast des Abends, Journalistik-Professor Torsten Schäfer von der Hochschule Darmstadt, einig: Es gibt aktuell ein „Gelegenheitsfenster“ für eine erneuerte EU. In allen zukunftsrelevanten Politikfeldern ist die Europäische Union erfolgreich unterwegs.

Dieses Fenster kann die Gemeinschaft nutzen. Vorausgesetzt, sie lernt, so Torsten Schäfer, wieder Visionen zu haben und füllt beherzt die „Führungslücke“ aus, die durch die Schwäche Amerikas hinsichtlich Klima und Sicherheit entstanden ist. Die bisherigen „Narrative von Frieden und Wohlstand“ allerdings reichten nicht mehr aus, um die Jugend mitzureißen. Vielmehr habe die EU in den großen Tranformationserfordernissen der Gegenwart und Zukunft Beachtliches aufzuweisen. So im Umweltschutz, Artenschutz und in geförderten Technologiefeldern. Torsten Schäfer: „Die gelingende EU wird unter Wert verkauft“.

Im Verlauf der Diskussion fragte sich der Zuhörer schon: Wo bleiben hierzulande Visionäre, wie der französische Präsident Macron, – häufig zitierter Ideengeber einer umfassenden Neugründung der Union? Berlin lecke unterdes weiter „an seinen Wahlwunden“, so Willi Vogler, Heiligenberger Forumsmitglied, in einem einleitenden Jahresrückblick. „Visionen werden bei uns leider allzu häufig als Illusionen abgetan“. Und Torsten Schäfer ergänzte: „In den letzten 17 Jahren hat es bei uns keine europapolitische Rede solchen Kalibers gegeben, wie Macron sie an der Sorbonne gehalten hat.“

Auf der Haben-Seite von Voglers kritischer Bilanz standen die spontanen Engagements durch initiativ gewordene Bürger, wie „Pulse of Europe“ und Tausender anderer, die in London oder in polnischen Städten für europäische Werte auf Straße und Plätze gegangen sind. Es gebe Chancen, gemeinsam als Bürger Neues zu bewirken.

In erfreulich großer Anzahl nahmen Schülerinnen und Schüler des Schuldorfs Bergstraße an der Veranstaltung teil. Sie beteiligten sich engagiert an der Diskussion und verwiesen darauf, dass alleine die Tatsache, dass sie an einer solchen Veranstaltung teilnehmen, das Interesse der Jugend an Europa verdeutlicht. 

Sie beklagten aber auch, dass im schulischen Angebot Hessens das Thema Politik viel zu kurz käme. Nicht alle Fragen der Schülerinnen und Schüler konnten aufgenommen werden. Gerd Zboril und Torsten Schäfer versprachen den Schülern wie auch ihrer Fachbereichsleiterin U. Schell und Schulleiterin Christiane Martini-Appel sich den unbeantworteten Fragen noch stellen zu wollen.

Gerd Zboril kündete an, die stets mit großem öffentlichem Interesse aufgenommenen Veranstaltungen des Forums 2018 fortzusetzen. So komme unter anderem der Leiter des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck, im April zu einem Vortrag und Gespräch ins Schloss.                                                            

vr

Zum Bericht auf Echo-Online

Wie kann Europa gelingen?

Donnerstag, den 30. November 2017, 19.00 Uhr
Schloss Heiligenberg – Gartensaal
Auf dem Heiligenberg 8, 64342 Seeheim-Jugenheim


Europa ging 2017 durch ein Wechselbad der Stimmungen. Angesichts der Betonung nationaler Interessen populistischer und nationalistischer Parteien sowie „Brexit, Trump und Co.“ scheint es nach den Wahlen 2017, als habe es Europa gerade noch einmal geschafft – die große politische Krise ist ausgeblieben.

Ob und wie es mit Europa weitergeht, ist allerdings unklar.
Die aktuelle Europapolitik bewegt sich zwischen dem Management realpolitischer Herausforderungen und Debatten über Strukturveränderungen in der EU. Es zeigt sich aber auch: Bürger sind in Bewegung gekommen. Die europäische Idee hat neuen Schwung bekommen. Ein weiter so geht nicht! Die Frage nach dem Leitbild für die zukünftige Gestaltung Europas ist gestellt.

Das Forum Heiligenberg lädt zu dieser Veranstaltung gezielt Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur ein. Die Einladung richtet sich in gleicher Weise an
die interessierte Öffentlichkeit, mit dem Ziel, den Diskurs mit Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen.

 

PROGRAMM

Das Forum Heiligenberg zieht Bilanz: Wo steht Europa? Welche Zukunft wollen wir? Welchen Weg soll die EU einschlagen?

Willi Vogler skizziert zur Einführung die europäische Situation und Debatte – nach den Wahlen 2017 in europäischen Ländern.

Professor Dr. Torsten Schäfer (Hochschule Darmstadt) gibt Einblick in Leitbilder, Motive und weltpolitische Rahmenbedingungen für die europäische Integration und erörtert Beispiele europäischen Gelingens in der Vergangenheit. Er geht den Fragen nach: Gibt es erfolgsversprechende Leitbilder für eine europäische Idee der Zukunft? Wie kann Europa im Spannungsfeld zwischen Bürgerbeteiligung und Realpolitik gelingen?

Bürgerinnen und Bürger in der Debatte um die Weiterentwicklung in Europa.
Das Forum Heiligenberg ermöglicht mit dieser Veranstaltung der interessierten Bürgerschaft einen offenen Austausch mit den Fragen: Welchen Weg soll die EU einschlagen? Welche Zukunft wollen wir?

Die Zukunft Europas - Wie geht es weiter nach Brexit, Trump und Co.?

Donnerstag 8. Juni 2017, 19.00 Uhr
Schloss Heiligenberg - Gartensaal
Auf dem Heiligenberg 8, 64342 Seeheim-Jugenheim


Die Europäische Union hat unser Leben zum Besseren gewendet!
60 Jahre Frieden und wachsender Wohlstand - gemeinsame Werte und Ausgleich der Interessen, Reisen, Studieren, Arbeiten, Wirtschaften und Leben über Staatsgrenzen hinweg.
Und dennoch: Die EU steht in der Diskussion und für einige auch zur Disposition: nationale Austrittskampagnen und Abstimmungen über den Verbleib in der EU - Brexit, Trump und Co. stellen Europa seine Werte und Offenheit in Frage und fordern stattdessen nationale Abschottung. Andererseits beziehen Bürgerinnen und Bürger öffentlich und engagiert Position für die EU. Finanz-, Wirtschafts- und Sozialkrise, internationale Destabilisierung, Flucht in die EU, Auflösungserscheinung der bisherigen Weltordnung, Terroranschläge stellen die Handlungsfähigkeit und den Bestand der EU in Frage. Die Europäische Union steht vor großen Herausforderungen.

Alexander Graf Lambsdorff, Stellvertretender Präsident des Europäischen Parlamentes
Das Europäische Parlament ist das einzige von den Bürgerinnen und Bürgern direkt gewählte Organ der Europäischen Union. Mit seinen Befugnissen im Bereich der Gesetzgebung, des Haushalts, der politischen Kontrolle und der Wahl des Kommissionspräsidenten ist es ein wichtiger Akteur in der Debatte über Europa und seine Weiterentwicklung. Alexander Graf Lambsdorff – stellvertretender Präsident des Europäischen Parlaments gibt Einblick in die Diskussion: Wo steht Europa? Welche Zukunft wollen wir? Welchen Weg soll die EU einschlagen?

Das Forum Heiligenberg ermöglicht mit dieser Veranstaltung interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen offenen Austausch mit dem Stellvertretenden Präsidenten des Europäischen Parlaments.
Moderation: Lars Hennemann, Chefredakteur Echo Medie

Verliert Europa seine Bürgerinnen und Bürger?

Das war die Frage, die zur Auftaktveranstaltung des Forum Heiligenbergs am
21. Februar im Gartensaal gestellt wurde.

Wenn europäische Staaten zunehmend die nationale Eigenständigkeit betonen, nationalistische Parteien erstarken und nationale Abstimmungen durch Austrittskampagnen zur Entscheidungsfrage über die EU zugespitzt werden können, entsteht in der öffentlichen und veröffentlichen Meinung der Eindruck, Europa verliert seine Bürgerinnen und Bürger.

Das Forum Heiligenberg ludt zu dieser Veranstaltung gezielt Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur ein. Die Einladung richtete sich auch an die interessierte Öffentlichkeit, mit dem Ziel, den Diskurs mit Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen. Die Resonanz war überragend!

Das "Echo" zur Auftaktveranstaltung

Foto: André Hirtz

Bericht aus dem Darmstädter Echo vom 23. Februar 2017

Schüler und Wissenschaftler diskutieren in Jugenheim über die Zukunft der EU

JUGENHEIM - „Wir müssen den Menschen das Vertrauen in Europa zurückbringen und eine Union der Bürger schaffen.“ Das ist für Alexander Kuba ein Rezept, um die Europäische Union (EU) zu stärken. Er macht in diesem Jahr an der Europaschule Schuldorf Bergstraße sein Abitur und gehört dem Leistungskurs Politik und Wirtschaft an. Auf Schloss Heiligenberg bei Jugenheim saß er am Dienstagabend beim Forum Heiligenberg auf dem Podium einer Diskussion über die Zukunft der EU.

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